Tja, wenn man sich mit einer Person beschäftigt oder ein Buch im Internet sucht kommt man auch manchmal zu spät: Dieses Buch wurde vor wenigen Tagen bei Ebay versteigert, Glückwunsch dem Ersteigerer! Aber einen habe ich noch: Fritz Wittekind hat einen Aufsatz über die Entwicklung der Flugmotoren in Ernst Jüngers Essay "Luftfahrt ist Not" geschrieben, da will ich doch mal schauen...
Mittwoch, 31. August 2011
Neues von Fritz Wittekind...
Tja, wenn man sich mit einer Person beschäftigt oder ein Buch im Internet sucht kommt man auch manchmal zu spät: Dieses Buch wurde vor wenigen Tagen bei Ebay versteigert, Glückwunsch dem Ersteigerer! Aber einen habe ich noch: Fritz Wittekind hat einen Aufsatz über die Entwicklung der Flugmotoren in Ernst Jüngers Essay "Luftfahrt ist Not" geschrieben, da will ich doch mal schauen...
Freitag, 29. Juli 2011
Flugverkehr Anfang der 20er Jahre
Wenn man heutzutage in ein Verkehrsfugzeug steigt, hat das ganze sehr viel von einer Busfahrt. In den 20er Jahren des letzten Jahrhundert wurde die Fliegerei als Verkehrsmittel entdeckt. Zwar hatte es vor dem Krieg bereits Passagierflüge gegeben, aber der regelmäßige Linienverkehr wurde erst nach Kriegsende aufgenommen. Zahlreiche Beobachtungsflugzeuge die in grosser Anzahl gefertigt waren wie die Rumpler C-I oder die DFW C-IV wurden kurzerhand zu Passagierflugzeugen umgebaut. In einem alten Buch aus 1920 "Die Eroberung der Luft" fand ich ein paar Bilder die das sehr schön veranschaulichen. Bald schon machte die allierte Kontrollkommision dem Treiben ein Ende, die ehemaligen Kriegsflugzeuge mussten laut Dekret der Siegermächte zerstört werden. Die verbliebenen deutschen Flugzeugwerke sattelten entweder um (Rumpler und Grade fertigten Automobile) oder verlegten ihre Fertigung ins Ausland (Fokker ging zurück in die Niederlande, Junkers fertigte in Schweden usw.). Erst 1926 fiel das Dekret fort und in Deutschland durften wieder Motorflugzeuge gebaut werden.
Donnerstag, 28. Juli 2011
Dienstag, 19. Juli 2011
"Fritz Wittekind Eindecker" oder doch nicht?
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| "Fritz Wittekind, Ingenieur" |
31.08.2011:
Durch weitergehende Informationen bin ich zu dem Schluss gelangt, das es sich bei dem Flugzeug um ein französisches Baumuster von Sommer oder einem anderen Hersteller handelt.
Nachtrag vom 04.08.2017: Fritz Wittekind war wohl Autor verschiedener Luftfahrtpublikationen. So erschien im Verlag Westermann 1926 sein Buch "Sport und Verkehrsfliegerei", ebenso ist er verantwortlich für ein Kapitel in Ernst Jüngers Buch "Luftfahrt ist Not": "Die Entwicklung der Flugzeugmotoren". Wittekind wird als Sachverständiger für Luft- und Kraftfahrzeugwesen ausgewiesen.
Freitag, 3. Juni 2011
Fritz Heidenreich aus Bromberg / Schlesien
Vor einiger Zeit bekam ich eine Fotopostkarte mit einem eigentümlichen, an einen Gradeflieger erinnernden Flugzeug und seinem Piloten darauf. Unterschrieben war das Bild mit "Heidenreich Eindecker". das sagte mir erstmal gar nichts. Nach einigen Tage erinnerte ich mich, das im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen im letzen Jahr eine Ausstellung namends "Adler über Schlesien" gezeigt wurde, dort stand auch eine Informationstafel mit Daten über Fritz Heidenreich. Zusammen mit den Daten, die ich aus den Büchern "Die Alten Adler" von Willi Hackenberger und der "Deutschen Fluggeschichte" von Peter Supf Band 1 zusammengesammelt habe, ergibt sich folgender Lebenslauf:
Fritz Heidenreich wird am 24.11.1872 in Bromberg / Schlesien geboren. Er ergreift den Mechanikerberuf und ist als Amateur-Radrennfahrer erfolgreich. Im Jahre 1892 gründet er zusammen mit seinen Brüdern einen Fahradhandel in Breslau. Erste Versuche mit Gleitflugapparaten führen ihn 1908 an die Hänge von Nippern im Kreis Neimark/Niederschlesien. Um 1909 konstruiert und baut er seinen Eindecker, der mit einem "Deutschen Anzani Typ" (Weiland & Gildemeyer Motor 25/30 PS * ) ausgestattet wird, welcher eine Holzschraube von 1,8 m Durchmesser antrieb. Das Gesamtgewicht der Maschine war 150 kg (!), wovon der Motor 80 kg war. Das Flugzeug war ca. 7 mtr. lang und verfügte über eine Tragfläche von ca. 20m³. Auf diesem Eindecker erfüllt Fritz Heidenreich am 23.09.1910 in Breslau die Vorraussetzungen für eine Fluglizenz, er bekommt seinen F.A.I Ausweis mit der Nummer 28. Da Heidenreichs Flieger ein rein Deutsches Produkt war, bekam er aus dem Fördertopf von Heinrich Lanz den 5. "Lanzpreis", dotiert mit 1.500,- Mark zugesprochen. Sein Flugapparat war wohl aufgrund seines schwachen Motors nur zu kürzeren Flügen geeignet.
Das Bild zeigt den zweiten Eindeckerentwurf von Heidenreich welcher durch einen Vierzylinder Grade Motor mit 40 PS angetrieben wurde.Es war ein luftgekühlter Zweitaktmotor mit Magnetzündung, die 2,0mtr. messende Holzschraube war direkt auf die Motorachse befestigt.Das Gesamtgewicht der Maschine betrug170 kg.
Diese zweite Maschine von Heidenreich ist 'inspiriert' von den Grade Eindeckern aber sicherlich auch von der Demoiselle von Santos-Dumont.Mit diesem Baumuster nahm Heidenreich an verschiedenen inländischen Flugveranstaltungen in den Jahren 1910 und 1911 teil. ( Nationale Berlin-Johannisthaler Flugwoche 1910 sowie der Deutsche Rundflug 1910 und 1911).
Fritz Heidenreich ist Mitbegründer des schlesischen Flugsportclub in Breslau. Er betreibt einen in der Freiburger Strasse 21 einen Fahrradgrosshandel und stellt unter dem Markannamen "Aero" selbst Fahrräder her. In 1937, gerade mal 65-jährig, verstirbt Fritz Heidenreich.
(* Weiland & Gildemeyer, Motorenfabrik, Essen a.d. Ruhr, Rellinghauser Straße 70, Automobil- und Aero- Material en gros liefern als Spezialität Flugmotore Type 25/30 PS. Vermutlich basiert das Triebwerk(ohne Lizenz) auf den berühmten Anzani Dreizylinder in W-Form)
Der Artikel wurde am 05.06.2011 geändert, nachdem ich weitergehende Informationen von Kees / Varese 2002 aus dem Flugzeug Forum erhalten habe. Vielen Dank dafür.
Der Artikel wurde am 04.08.2017 erweitert, nachdem neue Informationen zum weiteren Leben Heidenreichs aufgetaucht sind.
Fritz Heidenreich wird am 24.11.1872 in Bromberg / Schlesien geboren. Er ergreift den Mechanikerberuf und ist als Amateur-Radrennfahrer erfolgreich. Im Jahre 1892 gründet er zusammen mit seinen Brüdern einen Fahradhandel in Breslau. Erste Versuche mit Gleitflugapparaten führen ihn 1908 an die Hänge von Nippern im Kreis Neimark/Niederschlesien. Um 1909 konstruiert und baut er seinen Eindecker, der mit einem "Deutschen Anzani Typ" (Weiland & Gildemeyer Motor 25/30 PS * ) ausgestattet wird, welcher eine Holzschraube von 1,8 m Durchmesser antrieb. Das Gesamtgewicht der Maschine war 150 kg (!), wovon der Motor 80 kg war. Das Flugzeug war ca. 7 mtr. lang und verfügte über eine Tragfläche von ca. 20m³. Auf diesem Eindecker erfüllt Fritz Heidenreich am 23.09.1910 in Breslau die Vorraussetzungen für eine Fluglizenz, er bekommt seinen F.A.I Ausweis mit der Nummer 28. Da Heidenreichs Flieger ein rein Deutsches Produkt war, bekam er aus dem Fördertopf von Heinrich Lanz den 5. "Lanzpreis", dotiert mit 1.500,- Mark zugesprochen. Sein Flugapparat war wohl aufgrund seines schwachen Motors nur zu kürzeren Flügen geeignet.
Das Bild zeigt den zweiten Eindeckerentwurf von Heidenreich welcher durch einen Vierzylinder Grade Motor mit 40 PS angetrieben wurde.Es war ein luftgekühlter Zweitaktmotor mit Magnetzündung, die 2,0mtr. messende Holzschraube war direkt auf die Motorachse befestigt.Das Gesamtgewicht der Maschine betrug170 kg.
Diese zweite Maschine von Heidenreich ist 'inspiriert' von den Grade Eindeckern aber sicherlich auch von der Demoiselle von Santos-Dumont.Mit diesem Baumuster nahm Heidenreich an verschiedenen inländischen Flugveranstaltungen in den Jahren 1910 und 1911 teil. ( Nationale Berlin-Johannisthaler Flugwoche 1910 sowie der Deutsche Rundflug 1910 und 1911).
(* Weiland & Gildemeyer, Motorenfabrik, Essen a.d. Ruhr, Rellinghauser Straße 70, Automobil- und Aero- Material en gros liefern als Spezialität Flugmotore Type 25/30 PS. Vermutlich basiert das Triebwerk(ohne Lizenz) auf den berühmten Anzani Dreizylinder in W-Form)
Der Artikel wurde am 05.06.2011 geändert, nachdem ich weitergehende Informationen von Kees / Varese 2002 aus dem Flugzeug Forum erhalten habe. Vielen Dank dafür.
Der Artikel wurde am 04.08.2017 erweitert, nachdem neue Informationen zum weiteren Leben Heidenreichs aufgetaucht sind.
Montag, 23. Mai 2011
1000. Aufrufe
Vielen Dank für 1000 Aufrufe dieses Blogs! Da mir durchaus bewusst ist, das es sich bei der Fliegerei der Frühzeit durchaus um ein Nischenthema handelt, freut es mich um so mehr das bereits nach 2 Monaten die 1000er Schallmauer durchbrochen wurde.
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